In Klingenmünster bestand eine jüdische
Gemeinde bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Bereits im 14. Jahrhundert
gab es Juden in Klingenmünster, die ihre Abgaben an die Ortsherrschaft zu zahlen
hatten. Im 16. Jahrhundert werden 1550 zwei "Schutzjuden" am Ort
genannt ("Gotlieb und Dochtermann Mannel"), die einen "kleinen
Schirmbrief auf Widerruf" hatten und jährlich fünf Gulden Schutzgeld zu
zahlen hatten. 1722 werden drei (Gerson, Jockel und Gerson Hirsch), 1743
vier jüdischen Familien (Gerson der alte, Aberle, Jacobs Witwe, Gerson der
Junge) am Ort genannt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1808 44 jüdische Einwohner (3,5 % der Gesamteinwohnerschaft), 1825
43 (3,2 %), 1847/48 56 (in elf Familien), 1875 54, 1887 25 ("Statistisches
Jahrbuch" 1887), 1893 24 (ebd. 1893), 1900/03 unterschiedliche Angaben
23 oder 40.
Zur Gemeinde in Klingenmünster gehörten zeitweise auch die in Klingen
und Pleisweiler lebenden jüdischen
Personen, doch gestaltete sich die Zusammengehörigkeit schon durch die an
beiden Orten vorhandenen Synagogen/Beträume vermutlich nur sehr locker.
Pleisweiler war zudem stärker nach
Bergzabern hin orientiert.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), ein jüdische Schule und
ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise
ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war.
1888 erteilte Lehrer E. Strauß aus Ingenheim
den Religionsunterricht in Klingenmünster. 1893 wird als - vermutlich
ehrenamtlicher - Kantor S. Levi genannt.
Die
Toten der Gemeinde wurden im 17. Jahrhundert auf dem jüdischen Friedhof
in Annweiler, später auf dem jüdischen Friedhof
in Ingenheim beigesetzt.
Hinweis zur Mikwe: ein rituelles Bad existierte im 18. Jahrhundert in
Klingenmünster. Der Bergzaberner Kantonsart bemerkt 1828 in seinem Bericht an
die Königliche Kreisregierung in Speyer, in Klingenmünster sei das
Kellerquellenbad seit vierzig Jahren in der Behausung des Israeliten Samuel
Levi. Gemeint ist wohl das Haus Hauptstraße 10, die Mikwe ist nicht
erhalten.
In der 1857 eröffneten "Kreisirrenanstalt" in Klingenmünster (heute
"Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie") wurden auch jüdische
Patientinnen und Patienten behandelt. Sie wurden seelsorgerlich betreut (siehe
unten).
Von den Gemeindevorstehern werden genannt: um 1887/88 K. Michel, um 1893
R. Levi.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Gemeinde aufgelöst und die noch in
Klingenmünster lebenden jüdischen Personen der Gemeinde in Ingenheim
zugeteilt.
1924 wurden noch vier jüdische Einwohner in Klingenmünster gezählt.
1933 lebten noch drei jüdische Personen am Ort. Die
letzten beiden jüdischen Einwohner wurden am 22. Oktober 1940 in das KZ Gurs in
Südfrankreich deportiert.
- 1932: Adele Michel ist im
Alter von 86 Jahren in Klingenmünster verstorben (in: "Israelitisches
Familienblatt" vom 14. Juli 1932 S. 6)
- 1938: Fräulein Maria Kehr aus Kaiserslautern (zuletzt in
Klingenmünster) ist am 31. Mai 1938 verstorben (in: Jüdisches
Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz" vom 1. Juli 1938 S. 5)
Anmerkung: die Todesfälle können sich
auch auf Patienten der "Kreisirrenanstalt" Klingenmünster beziehen.
Hinweis auf Michael Hahn
Anmerkung: neben dem deutschen Wikipedia-Artikel ist ausführlich der englische
Artikel:
https://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Hahn Michael Hahn ist am 24. November 1830 in Klingenmünster geboren.
Nachdem sein Vater verstorben ist, wanderte seine Mutter 1839 mit fünf Kindern
nach Amerika aus und lebte ab 1840 in New Orleans in Louisana. Nach dem
Schulbesuch studierte er Jura an der University of Louisiana. Seit 1851 als
Rechtsanwalt in Louisiana tätig. Seitdem war er politisch tätig (siehe
Wikipedia-Artikel
https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Hahn_(Politiker). 1864 gewann der
die Gouverneurswahlen in Louisiana. Er setzte sich entschieden u.a. für die
Abschaffung der Sklaverei und für das Wahlrecht der Schwarzen ein. In der Frage
einer neuen Staatsverfassung konnte er sich nicht durchsetzen und trat im März
1865 von seinem Amt zurück. In der Folgezeit war er als Zeitungsherausgeber
tätig, von 1872 bis 1876 war er als Abgeordneter im Repräsentantenhaus von
Louisiana, 1885 bis 1886 im US-Repräsentantenhaus. Er starb am 15. März 1886 und
wurde im Metairie Cemetery in New Orleans beigesetzt.
Zu Biographie und Grabstätte mit Fotos siehe auch:
https://de.findagrave.com/memorial/7208496/michael-hahn
Erinnerung an die Deportation in das
südfranzösische Internierungslager Gurs im Oktober
1940: Grabstein für Gustav Levy in Gurs
Grabstein im Friedhof des ehemaligen Internierungslagers Gurs für Gustav Levy (Grabstein: Levi),
geb. am 27. Oktober 1871 in Klingenmünster, wohnhaft in
Klingenmünster,
war vom 15. November bis zum 28. November 1938 im KZ Dachau,
am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, wo er am 14. Februar 1942
umgekommen ist.
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. April 1897:
"Bitte an edle Menschenfreunde!
Die hochbetagte Frau Fanny Levy in Klingenmünster liegt schwer krank
darnieder, ohne dass ihr, weil arm, ja dürftig, die nötige Pflege zu Teil
wird. Die Gemeinde ist klein und arm und tut vollauf ihre Schuldigkeit; aber
ihre Unterstützung reicht nicht aus. Edle Glaubensgenossen werden mit Gaben
für diese alte, kranke Frau eine große Mizwa erfüllen!
Neustadt a. H. im März. S. Wolf, Kantor."
In der 1857 eröffneten "Kreisirrenanstalt
Klingenmünster", heute "Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie"
(Geschichte siehe Wikipedia-Artikel
https://de.wikipedia.org/wiki/Pfalzklinikum_für_Psychiatrie_und_Neurologie
und
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Pfalzklinikums_für_Psychiatrie_und_Neurologie) waren
auch jüdische Patientinnen und Patienten. Sie wurden seelsorgerlich betreut,
wie aus einem Bericht über Bezirksrabbiner Dr. Elias Grünebaum (1836 bis
1893 Rabbiner in Landau, Lebensdaten 1807 bis 1893) hervorgeht: "Trotz der
seine Zeit stark in Anspruch nehmenden beruflichen Tätigkeit (er erteilte
auch den jüdischen Religionsunterricht an den Mittelschulen
Landaus und versah die jüdische
Seelsorge an der Kreisirrenanstalt zu Klingenmünster) fand er noch Muße
zu literarischer Beschäftigung." (aus einem Artikel zum Tod von Rabbiner Dr.
Grünebaum in "Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das
Judentum für Gebildete aller Konfessionen" vom 1. März 1894 S. 62, Artikel
zitiert in der Seite zu
Reipoltskirchen).
Ergänzend gefunden: In "Das jüdische Echo"
vom 18. Mai 1917 findet sich die Mitteilung: "Der Tünchergehilfe Jakob
Frankfurter wurde zum kgl. Tünchermeister an der kgl. Heil- und
Pflegeanstalt in Klingenmünster ernannt."
Hinweis: Ein Tüncher ist ein traditioneller Handwerker, der Wände und Decken
mit Tünche (einer feinen Kalk- oder Gipsmischung) versehen hat.
Zunächst war ein Betraum vorhanden. 1843 wollte die
jüdische Gemeinde eine Synagoge erbauen. Da die eigenen finanziellen
Mittel der wenigen jüdischen Familien dafür nicht ausreichten, wurde die
Durchführung einer Kollekte bei der Regierung beantragt. Dies wurde im April
1843 genehmigt und in den folgenden Wochen durchgeführt. Es konnten 45 fl. 6 Kr.
gesammelt werden. Vermutlich alsbald nach Abschluss der Sammlung wurde die
Synagoge erbaut. Zur Durchführung der Kollekte liegen Artikel aus dem
"Intelligenzblatt" vor (eingestellt auf Grund eines freundlichen
Hinweises von Rolf Willems):
Kollekte zur Erbauung der Synagoge in Klingenmünster
(1843)
Artikel
im "Intelligenzblatt von Unterfranken und Aschaffenburg des Königreichs
Bayern Nr. 45 (1843) S. 219: "18. April 1843. An die fürstlich Löwenstein
Regierungs- und Justizkanzlei Kreuzwertheim und an sämtliche
Distrikts-Polizeibehörden von Unterfranken und Aschaffenburg.
(Das Gesuch der Juden zu Klingenmünster um Bewilligung einer Kollekte zu
Erbauung einer Synagoge betreffend). Im Namen Seiner Majestät des Königs.
Seine Majestät der König haben Allerhöchst zu genehmigen geruht, dass
für Erbauung einer Synagoge zu Klingenmünster, Landkommissariat Bergzabern
in der Pfalz, beziehungsweise zur Deckung des über die Beiträge der
jüdischen und politischen Gemeinde noch verbleibenden Kostenwandes von 288
fl. 59 kr. eine Kollekte bei den jüdischen Glaubensgenossen des Königreiches
eingeleitet werde.
Die Distrikts-Polizeibehörden werden daher beauftragt, die Kollekte bei den
jüdischen Glaubensgenossen durch deren Kultusvorsteher vornehmen zu lassen,
und binnen 4 Wochen über deren Resultat Anzeige anher zu erstatten, zugleich
aber das Ergebnis an das Expeditionsamt der unterfertigten königlichen
Stelle einzusenden.
Würzburg, den 11. April 1843. Königliche Regierung von Unterfranken
und Aschaffenburg, Kammer des Innern. Graf Fugger. c. Hübner."
Artikel
im "Intelligenzblatt von Unterfranken und Aschaffenburg des Königreichs
Bayern Nr. 114 (1843) vom 12. Oktober 1843 S. 576: "29. September 1843.
(Das Gesuch der Juden zu Klingenmünster um Bewilligung einer Kollekte zur
Erbauung einer Synagoge betreffend).
Im Namen Seiner Majestät des Königs.
Die für Erbauung einer Synagoge zu Klingenmünster, Land-Kommissariats
Bergzabern in der Pfalz, beziehungsweise zur Deckung des über die Beiträge
der jüdischen und politischen Gemeinde noch verbleibenden Kostenaufwands von
288 fl. 59 Kr. zur Vornahme bei den jüdischen Glaubensgenossen des
Königreiches allerhöchst bewilligten Kollekte (Intelligenz-Blatt von 1843
Nr. 45) hat im diesseitigen Regierungs-Bezirke 45 fl. 6 kr. ertragen, was
hiermit unter Beifügung nachstehender Übersicht zur öffentlichen Kenntnis
gebracht wird.
Würzburg, 21. September 1843. Königliche Regierung von
Unterfranken und Aschaffenburg.
Kammer des Innern. B.V.d.Pr. Freiherr v.
Strauß, Direktor."
Die Spendenergebnisse aus den einzelnen Magistraten, Landgerichten,
Herrschaftsgerichten und einem Herrschafts-Komissariat werden im Folgenden
mitgeteilt.
Die Synagoge wurde auf Grund des Rückganges der jüdischen Gemeindeglieder
vermutlich bereits Anfang des 20.
Jahrhunderts oder spätestens um 1920 verkauft. 1945 wurde das Gebäude durch
Artilleriebeschuss beschädigt und 1946 abgebrochen. An seiner Stelle steht
heute ein Wohnhaus (Ökumenische Sozialstation).
Adresse/Standort der Synagoge: Steinstraße
3 (frühere Bachgasse)
Fotos (Quelle: O. Weber S. 105 mit Angabe: Foto Privatbesitz
von Erich Löhlein, Klingenmünster)
Die Synagoge in
Klingenmünster
Foto aus der Zeit Ende
der 1920er-Jahre
Video: Gedenkspaziergang
auf den Spuren der jüdischen Geschichte Der Gedenkspaziergang "Jüdisches Klingenmünster" fand am 28. Januar
2024 statt. Referent war Erich Laux. Youtube:
https://youtu.be/0kEmgKaZdqA?si=Rcti_9rpt3nrFghB
November 2019:
Präsentation der Publikation "Geschichte der Juden von Klingenmünster"
'Erinnerung darf nie einschlafen'. Über
100 Menschen interessierten sich für die Präsentation der 'Geschichte der
Juden von Klingenmünster'
'Erinnerungsarbeit darf nie einschlafen', sagt Erich Laux. Er selbst hat
einen wichtigen Beitrag dazu geleistet: Der Klingenmünsterer Laienhistoriker
hat in jahrelanger Arbeit die 'Geschichte der Juden von Klingenmünster'
erforscht und aufgeschrieben. Ein Heft mit den Ergebnissen dieser
akribischen Arbeit liegt nun vor; im Mönchsaal des Klosters ist es
vorgestellt worden.
Das Interesse im Dorf ist sichtlich groß: Der Saal ist bis auf den letzten
Platz gefüllt, als am 9. November (am Tag, als vor 81 Jahren die Synagogen
brannten) die neue Publikation des Arbeitskreises Altes Klingenmünster
präsentiert wird. Jürgen Müsel vom Arbeitskreis zitiert in seiner Begrüßung
den Autor Hans-Friedrich Bergmann: 'Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann
die Gegenwart nicht verstehen. Wer die Gegenwart nicht versteht, kann die
Zukunft nicht gestalten'.
In einem Interview mit Hans-Peter Bauer gibt Erich Laux Auskunft darüber,
wie er vorgegangen ist, was er entdeckt und erfahren hat. Im Landesarchiv
Speyer fand er unter anderem eine umfangreiche Akte, die sich mit der
Enteignung der Levi-Brüder befasst. Alfred und Gustav Levi waren die letzten
beiden jüdischen Bürger von Klingenmünster; sie wurden 1940 nach Gurs
transportiert und später ermordet. Das war für Laux ein Anstoß, der
Geschichte der Juden im Dorf nachzuspüren. Er studierte weitere Akten und
Lagepläne, sprach mit Zeitzeugen, und er traf Judith Rhodes, eine entfernte
Verwandte der Levi-Brüder, die in England lebt und aus der Ferne die
Veranstaltung sozusagen mit gestaltete.
Gezeigt wird der Film 'Koffer gepackt und überlebt', den der Arbeitskreis
Stolpersteine Ludwigshafen produziert hat. Er schildert das Schicksal der
Mutter von Judith Rhodes: Das jüdische Mädchen wurde mit einem der letzten
Kindertransporte nach Großbritannien geschickt – das nahm sie ihren Eltern
sehr übel, aber es rettete ihr das Leben. Ihre Familie wurde im KZ
umgebracht. Nach dem beeindruckenden Film hören die Anwesenden eine
Grußbotschaft von Judith Rhodes, in der sie die Klingenmünsterer Initiative
würdigt.
Dann hat Rolf Übel, Historiker und Stadtarchivar, das Wort. Er versucht das
Phänomen zu erklären, dass es – in Klingenmünster wie auch anderswo – rund
60 Jahre gedauert habe, bis man begann, den Holocaust und die Geschichte des
Dritten Reiches aufzuarbeiten. In Ortschroniken, die in den 60er, 70er
Jahren entstanden, lese man kaum etwas darüber. 'War die Judenverfolgung ein
Versehen der Geschichte oder gibt es Traditionslinien, die uns gerade heute
wieder beschäftigen?', fragt Übel. Es gelte, die Erinnerung wachzuhalten, um
den 'ewigen Betonköpfen' etwas entgegenzusetzen – nämlich die historische
Wahrheit.
Eindrucksvoll ist der musikalische Beitrag zur Veranstaltung. Mit
Klezmer-Musik und jiddischen Liedern drückten Ulrich Harsch, seine Töchter
Magdalena und Antonia, sowie Thomas Beck Trauer, aber auch Zuversicht aus. 'Shpil
she mir e Lidele in Yiddisch' etwa besingt den Traum von einer besseren
Welt, in der sich Menschen ohne Streit und Krieg verstehen. Information: Die Broschüre 'Geschichte der Juden von Klingenmünster',
herausgegeben vom Arbeitskreis Altes Klingenmünster, ist zum Preis von 6
Euro im Stiftsgut Keysermühle, Bahnhofstraße 1, in der Reben-Apotheke, im
Stift 4, und bei Sport-Müller, Weinstraße 54, zu haben".
Quelle:
Website der Gemeinde Klingenmünster Die
Dokumentation ist
online eingestellt (pdf-Datei).
Seit
Oktober 2025:
Informationstafel zur jüdischen
Geschichte
Zwischen den Wohnhäusern in der Weinstraße
40 und 38 steht eine große Infotafel.
Die NORDSEITE zeigt einen Rundgang durch Klingenmünster mit 15
Sehenswürdigkeiten und QR-Code (mit Audiodateien):
www.klingenmuenster.de/Gebäude_erzählen_Geschichte. Zur jüdischen
Geschichte gehört hier die Station 10: Geburtshaus von Michael Hahn, dem
ersten Gouverneur des US-Bundesstaates Louisiane.
Die SÜDSEITE der Infotafel gilt dem ehemaligen jüdischen Leben in
Klingenmünster und wurde am 22. Oktober 2025 offiziell als Gedenktafel
enthüllt. Genau 85 Jahre zuvor, am 22. Oktober 1940, endete hier die
mindestens 400-jährige Geschichte der Juden in Klingenmünster mit der
Deportation aller Pfälzer Juden in das südfranzösische Internierungslager
Gurs. Die Ausgrenzung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung von
Klingenmünster wird vor allem am Leben der letzten beiden jüdischen
Bewohner, der Brüder Gustav und Alfred Levy, geschildert, die in der
Weinstraße 40 gewohnt haben. Gustav Levy kam in Gurs ums Leben, sein Bruder
Alfred Levy wurde in Auschwitz ermordet.
Fotos der Tafel:
https://www.komoot.com/de-de/highlight/8124277
Artikel von Rita Reich in der "Rheinpfalz" vom 24. Oktober 2025:
"Klingenmünster - Neue Gedenktafel erinnert an Juden im Dorf".
Link zum Artikel
Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum
gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20.
Jahrhunderts. 1992.
Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter
besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005.
S. 97.105 (mit weiteren Literaturangaben).
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 213-214 (mit weiteren Literaturangaben).
Franz Schmitt.: Die Schönen auf der Empore.
Einblicke in die Lebenswelt jüdischer Frauen in der Südpfalz an der
Schweller zur Moderne. In: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz
107. Band. Speyer 2009 S. 123-164. Darin:
S. 156 Informationen zur Mikwe in Klingenmünster.
Erich Laux: Geschichte der Juden von
Klingenmünster. 40 Seiten. 2019. Siehe oben unter "Erinnerungsarbeit vor
Ort". Dokumentation ist
online eingestellt (pdf-Datei).
Klingenmuenster Palatinate.
Jews were present in the early 14th century. Eleven Jewish families were living
there in 1848. Two Jews were deported by the Nazis to southern France on 22
October 1940.
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