Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Lichenroth mit Wüstwillenroth (Gemeinde Birstein, Main-Kinzig-Kreis)
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Jüdische Geschichte / Synagoge

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Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
    
In Lichenroth bestand eine jüdische Gemeinde bis 1937. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. 
  
Im 17. Jahrhundert werden genannt: 1666/68 Samuel bzw. "Schmul der Judt zu Lichenrodt" (aus Stadtlengsfeld zugezogen), 1675 Süsel, Sohn des Jakob und Süßkind. 1680 waren drei jüdische Familien in Lichenroth. Im Archiv in Birstein wird 1699 Jud Meier Lazarus in Lichenroth genannt. 

Im 18. Jahrhundert werden 1715 in einer Schutzgeldliste Mayer und Löser aus Lichenroth erwähnt. Bis 1733 (Einrichtung einer "besonderen Judenschule" s.u.) gehörten die in Lichenroth lebenden jüdischen Familien zur Gemeinde in Crainfeld.    
    
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie folgt: 1835 50 jüdische Einwohner, 1852 98 (von insgesamt 464 Einwohnern), 1861 106 (21,0 % von insgesamt 504 Einwohnern), 1871 93 (19,6 % von 475), 1885 114 (22,1 % von 515), 1887 115, 1895 86 (19,6 % von 490), 1905 79 (17,9 % von 502). Zur jüdischen Gemeinde Lichenroth gehörten auch die wenigen in Wüstwillenroth lebenden jüdischen Personen (1835 und 1861 jeweils neun, 1905 noch drei jüdische Einwohner), gleichfalls die in Ober-Moos lebenden jüdischen Personen (um 1881 wird Familie Strauß genannt). Die jüdischen Familien lebten überwiegend von Einnahmen aus dem Handel mit Vieh, Textilien und Eisenwaren. Auch gab es einzelne Handwerker (Schuhmacher, Bäcker). 
     
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule beziehungsweise von 1853 bis 1924 eine jüdische Elementarschule (im Gebäude neben der Synagoge), ein rituelles Bad (im Synagogengebäude unter der Lehrerwohnung). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungstexte unten). 1869 hatte die jüdische Schule noch 20 Kinder, 1912 12. Als Lehrer wirkten am Ort: Moses Heinemann von Oberzell (1833-1838), Salomon Oppenheimer von Vollmerz (1840-1843), Lazarus Eisenmann von Orb (1844-1845), Emanuel Ney (Nei) von Marköbel (1845-1855, danach in Meerholz), Samuel Epstein von Eckardroth (1855-1870, war zuvor Lehrer in Hintersteinau und Neuhof, 1870 nach New York ausgewandert), Salomon Strauß von Fischborn (1870-1876, unterrichtete 1874 noch 14 Kinder), Joseph Speyer von Kirchbrombach (1877-1879), H. Neumann (1879-1883), Bernhard Rothschild aus Netra (1884-1910, unterrichtete jahrelang auch in Kirchbracht und in Fischborn, 1903 noch 16 Kinder an der öffentlichen Volksschule, wechselte 1910 nach Meerholz) sowie Karl (Kalmann) Oppenheimer von Gersfeld (1910-1924, danach in Eiterfeld). Als Schochet wird 1893/1903 L. Weinberg II genannt, als Synagogendiener um 1903 A. Stern. 
 
Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Birstein beigesetzt.
   
Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Hanau.
  
Von jüdischen Vereinen wird genannt: eine Chewra Kadischa (Wohltätigkeits und Bestattungsverein). Dazu gab es als Stiftung in der Gemeinde die "Rosenbergstiftung".
   
Von den Gemeindevorstehern (Synagogenvorsteher) sind bekannt: vor 1830 Aaron Rosenberg, nach ihm Mordachai Rosenberg, um 1866/1887 Josef Rosenberg I, ab 1889 Isaak Rosenberg, 1892 Joseph Rosenberg (gest. 1916 s.u.), ab 1924 dessen Sohn Felix Rosenberg, 1927 Salomon Stern, 1931 bis 1935 Sally Rosenberg. Rechner der Gemeinde waren ab 1886 bis 1906 Herr Alt, 1903 bis 1914 Moses Mayer (aus Wüstwillenroth), 1914 bis 1922 Schuhmacher Hermann Katz
    
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Gefreiter Isaak Levi (geb. 21.12.1885 in Lichenroth, gef. 8.9.1914) und Max Rosenberg (geb. 26.3.1888 in Lichenroth, gef. 14.2.1918).
  
Um 1924, als 67 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (9,5 % von insgesamt etwa 700 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde der Viehhändler Felix Rosenberg und Leo Kern. Felix Rosenberg war über 25 Jahre Mitglied der Gemeindevertretung der bürgerlichen Gemeinde. Als Lehrer war Hellmann Oppenheimer angestellt, als Synagogendiener Abraham Scherletzki. Die jüdische Volksschule (nach Auflösung der öffentlichen Elementarschule 1924 als private Elementarschule weitergeführt) besuchten damals noch sieben Kinder. Zur jüdischen Gemeinde Lichenroth gehörten weiterhin fünf in Wüstwillenroth lebenden jüdischen Einwohner (1924 5). 1932 war Gemeindevorsteher Sally Rosenberg, Schriftführer Leo Korn. Inzwischen bestand keine jüdische Schule mehr. Die beiden schulpflichtigen jüdischen Kinder besuchten den Religionsunterricht in Crainfeld. 
    
1933 lebten noch 13 jüdische Familien am Ort, insgesamt etwa 30 Personen (nach dem "Führer durch die jüdische Gemeindeverwaltung..." von 1932 waren es damals 42 Personen). In den folgenden Jahren sind alle jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Unter ihnen war der letzte Vorsteher der jüdischen Gemeinde Sally Rosenberg, der im Dezember 1935 über Frankfurt und Holland illegal nach Palästina einwandert. Er hat auf Grund seiner Alters (44 Jahre) kein Einwanderungszertifikat mehr erhalten. Etwa 1938 verließen die letzten jüdischen Einwohner Lichenroth.   
        
Von den in Lichenroth geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Hedwig Baum geb. Stern (1894), Jenny Flörsheim geb. Rothschild (1895), Sara Gottlieb (1871), Emma Gutmann geb. Weinberg (1887), Bertha Hamburger geb. Korn (1900), Johanna Heymann geb. Levy (1877), Sara Hirschmann geb. Rosenberg (1886), Karoline Kanter geb. Weinberg (1883), Regina Kohlmann geb. Levy (1881), Else Korn (1896), Leo Korn (1904), Rosel Korn (1901), Isaak Levi (1884), Rosel Korn (1901), Isaak Levi (1884), Martin Markus Rosenberg (1886), Meier Rosenberg (1865), Ruth Rosenberg (1920), Bernhard Weinberg (1889), Emanuel Weinberg (1880), Flora Weinberg geb. Weinberg (1892), Gisela Weinberg (1904). 
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Lehrer- und Vorbeterstelle 1876 / 1879 / 1881 / 1884 / 1924  

Lichenroth Israelit 21061876.jpg (56734 Byte)Anzeige in der Zeit "Der Israelit" vom 21. Juni 1876: "Bekanntmachung. In der Synagogengemeinde Lichenroth ist die Stelle eines Religions- und Elementar-Lehrers, dem zugleich die Versehung des Vorsängerdienstes obliegt, erledigt. Jährlicher Gehalt 700 Mark neben freier Wohnung und zwei Klafter Holz. Geeignete Bewerber wollen ihre Bewerbungsgesuche binnen vier Wochen bei unterzeichneter Stelle einreichen. Hanau, den 14. Juni 1876. Königlich israelitisches Vorsteheramt. Hamburger."
    
Lichenroth Israelit 15101879.jpg (42914 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Oktober 1879: "Lichenroth, Kreis Gelnhausen. Die israelitische Elementarlehrer- und Vorbeterstelle dahier wird mit dem 1. November diesen Jahres vakant. Das Einkommen beträgt Mark 800 neben freier Wohnung, sowie ansehnliches Nebeneinkommen. 
Bewerber haben ihre Gesuche mit Zeugnissen zu richten an den Synagogenältesten Rosenberg."
 
Weitere Ausschreibung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. März 1881 S. S. 248, siehe Link  
  
Lichenroth Israelit 24011884.jpg (64904 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Januar 1884: "Die vakante Elementarlehrer-Stelle zu Lichenroth wird mit dem fixen jährlichen Gehalt von 750 Mark, nebst freier Wohnung und 90 Mark Vergütung für Feuerung mit der weiteren Verpflichtung, auch die Vorbeter-Funktion daselbst zu versehen, hiermit ausgeschrieben und haben sich Bewerber um diese Stelle an das unterfertigte Amt nebst Vorlegung ihrer Zeugnisse binnen drei Wochen zu melden. 
Hanau, den 22. Januar 1884. Königliches israelitisches Vorsteheramt. Hamburger."
 
Lichenroth Israelit 11121924.jpg (49001 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Dezember 1924: "für die staatlich aufgelöste Elementarstelle in Lichenroth, Kreis Gelnhausen, suchen wir per sofort einen staatlich geprüften Lehrer für private Elementarstelle. Bewerber muss zugleich Vorbeter und Schochet sein, hat eventuell Aussicht als zweiter Lehrer bei der politischen Gemeinde angestellt zu werden. Gehalt nach staatlichen Grundsätzen. Schöne Dienstwohnung mit Garten vorhanden. Verheiratete bevorzugt. Bewerbungen sind zu richten an Felix Rosenberg."

      
Mitteilung zu Lehrer Samuel Epstein über seine Mitgliedschaft zum Lehrerunterstützungsverein "Achawah" (1868)   

Mitteilung in "Der israelitische Lehrer" vom 29. Juli 1868: "Zu meinem großen und innigen Bedauern ist durch ein unbegreifliches Versehen in dem so eben veröffentlichten Rechenschaftsberichte das Mitglied Hr. Lehrer Sam. Eppstein aus Lichenroth von mir aufzuführen vergessen worden. Derselbe stand bisher unter den Mitgliedern des Großherzogtums Hessen (unter Nr. 66). Nachdem Lichenroth zu Preußen gekommen, habe ich ihn dort gelöscht, aber hier die Übertragung vergessen. Indem ich dies hiermit zur öffentlichen Kenntnis bringe, erkläre ich dass Hr. Eppstein vollberechtigtes Mitglied ist, dass wir also im vorigen Jahre 178 (nicht 177) Mitglieder hatten, und dass wir diesen Beitrag mit 3 fl. 30 kr. im nächsten Jahre zur Rechnung bringen werden.
Odernheim, den 21. Juli 1868. Der Geschäftsführer: J. Klingenstein."   

    
Dank an Lehrer Bernhard Rothschild (1910, 1884 bis 1910 Lehrer in Lichenroth)

Lichenroth FrfIsrFambl 01071910.jpg (27343 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Juli 1910: "Lichenroth. Die hiesige Gemeinde sandte Herrn Lehrer Rothschild, der nach 26jährigem Wirken in Lichenroth nunmehr in Meerholz amtiert, einen kostbaren Pokal als Zeichen ihrer Dankbarkeit." 
 
Artikel im "Israelitischen Familienblatt" vom 30. Juni 1910: "Lichenroth. Die hiesige Gemeinde, die mit Bedauern Herrn Lehrer Rothschild nach 26jähriger Wirksamkeit von hier scheiden sah, ließ es sich nicht nehmen, ihm auch ein äußeres Zeichen ihrer Anhänglichkeit und Dankbarkeit zu widmen. Sie sandte ihm, mit einem ehrenvollen Schreiben begleitet, nach dem jetzigen Orte seines Wirkens — Meerholz — einen kostbaren silbernen Pokal mit der Inschrift 1884-1910."  
  
Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 28. April 1910: "Lichenroth, den 15. April.
Herrn Lehrer Rothschild

weicher 26 Jahr in Lichenroth als Lehrer tätig war, wurde nach Meerholz versetzt und wünschen wir demselben ein weiteres Wohlergehen. Sein Scheiden aus unserer Gemeinde wird von uns allen herzlich bedauert. Einer für Viele."    

   
Nachruf auf Bernhard Rothschild, Lehrer an der Israelitischen Volksschule in Lichenroth (jüdischer Lehrer in Lichenroth von 1883 bis 1909)  

Lichtenroth Israelit 02121920.jpg (98989 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Dezember 1920: "Meerholz, 8. November (1920). Am 6. November verschied nach kurzem Krankenlager der Lehrer Bernhard Rothschild in seinem 57. Lebensjahre. Mit ihm ist einer der Besten dahingegangen und unsere Gemeinde ist ihres trefflichen Führers beraubt. 26 Jahre wirkte er an der öffentlichen Volksschule in Lichenroth und 11 Jahre an unserer Schule mit den besten Erfolgen und seine tiefe Gottesfurcht wirkte auch auf die Jugend und auf die ganze Gemeinde. Unter großer Beteiligung der jüdischen und christlichen Bevölkerung wurde seine irdische Hülle zu Grabe getragen. Die Herren Lehrer Strauß und Weingarten aus Gelnhausen, Ehrenreich, Langenselbold und Wechsler in Alzenau sprachen im Hause und am Grabe über den schmerzlichen Verlust und die Herren Schulrat Weißenstein und Bezirkshauptlehrer Schmey widmeten an der Bahre ehrende Worte des Nachrufs. Um den Entschlummerten trauern eine Witwe mit ihren drei Kindern. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens.

  
Lehrer Karl Oppenheim wechselt nach Eiterfeld (1924)  

Eiterfeld Israelit 04121924.jpg (26393 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Dezember 1924: "Eiterfeld, 1. Dezember (1924). Durch die Regierung ist Herr Lehrer Oppenheim von Lichenroth nach hier versetzt worden. Die Gemeinde hofft in ihm einen würdigen Nachfolger für Herrn Lehrer Schuster, der nach Groß-Krotzenburg versetzt wurde, gefunden zu haben."   

   
Vom "Sterben" der jüdischen Dorfschulen - die jüdische Schule in Lichenroth wurde aufgelöst (1924)  

Artikel in "Jüdisch-liberale Zeitung" vom 19. Dezember 1924: "Kassel. Das große Sterben der öffentlichen israelitischen Volksschulen im Reg.-Bez. Kassel nimmt Infolge der Abbaubestimmungen seinen verhängnisvollen Fortgang. Neuerdings wurde die Stelle in Lichenroth (Kr. Gelnhausen) aufgelöst und der derzeitige Inhaber, Lehrer Oppenheimer, nach Eiterfeld bei Fulda versetzt. Das gleiche Schicksal soll auch der zu den ältesten Instituten dieser Art zu rechnenden Schule in Kirchhain bevorstehen, wenn es den Bemühungen der maßgebenden Organe nicht gelingt, die Auflösung zu verhindern. Die Schülerzahl ist allerdings in letzter Zeit dauernd zurückgegangen. so dass für Erhaltung der Schule nur geringe Hoffnung besteht. Eine traurige Perspektive für die hessischen Gemeinden und die jüdische Lehrerschaft! - Zu den wenigen Stellen, die der Auslösung entgangen sind, gehört Mansbach, das auch schon zu den aufgelösten gehörte, nach einer Verfügung des Ministers aber erhalten bleiben soll. Der seit zwei Jahren dort amtierende Lehrer Berlinger ist nach Burghaun versetzt. Als sein Amtsnachfolger wird Lehrer Rothschild genannt. Durch Anordnung des Ministers ist auch die israelitische Volksschule in Tann (Rhön) erhalten geblieben."       

    
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Ergebnisse von Spendensammlungen (1871)  
In jüdischen Gemeinden wurden regelmäßig Spendensammlung für besondere Zwecke durchgeführt. Die Ergebnisse der Sammlungen wurden immer wieder in jüdischen Periodika veröffentlicht. 

Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Februar 1871 - Spenden "für die Notleidenden im Heiligen Land": "Durch den Gabbai* Israel Stern in Lichenroth (bereits im Oktober 1870 eingegangen): Israel Stern 1 fl. 30 kr., Jakob Weinberg 30 kr., Jos. Baum 1 fl., Wolf Weinberg 1 fl., Isaack Levi 1 fl., Löb Rosenberg 35 kr., Seligmann Weinberg 36 kr., Benjamin Rosenberg 1 fl. 30 kr., Isack Rosenberg 36 kr., Joseph Rosenberg 1 fl. 12 kr., Salomon Baum 1 fl., Löser Alt 12 kr., Meier Stern 1 fl. 30 kr., Lazarus Weinberg 21 kr., Israel Straus 12 kr., Gabriel Gottlieb 12 kr., Gumb Rosenberg Witwe 1 fl. 12 kr., Mardachai Rosenberg Witwe zahlte mit Einschluss für einen Schiur, welcher in Erez Jisrael für ihren verstorbenen Ehemann gelernt wird, 7 fl. 30 kr., Seligmann
Rosenberg Witwe 48 kr., Isaack Baum Witwe, Challahgeld, 1 fl., Gerson Weinberg Witwe 6 kr., Mardachai Bär Rosenberg Witwe 1 fl. 12 kr., Sophie Stern, Challahgeld, 1 fl., Salomon Stern 12 kr., Machazit Haschekel** Geld 2 fl. 32 kr., Jentchen Straus 12 kr, aus der Erez Jisrael Bichs (Büchse) 2 fl. 40 kr. Zus. 31 fl. 23 kr."    
* vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Gabbai_(Synagoge)   
** Machazit HaSchekel (hebräisch: מחצית השקל) bedeutet wörtlich 'der halbe Schekel'. Es bezieht sich auf eine biblische Abgabe, die jeder jüdische Mann in Zeiten des Tempels in Jerusalem entrichtete, um die öffentlichen Opfer und den Unterhalt des Heiligtums zu finanzieren. Da der Tempel nicht mehr existiert, wird der Brauch heute wie folgt praktiziert: Zum Gedenken (Zecher L'Machatzit HaShekel) ist es üblich, vor dem jüdischen Fest Purim (das im Monat Adar gefeiert wird) symbolisch einen Betrag zu spenden, der dem Wert von einer halben Unze Silber entspricht. Der Zweck: Die Spenden werden traditionell als Tzedaka (Wohltätigkeit) an Arme, Bedürftige oder Tora-Institutionen weitergegeben.  
 
Mitteilung in "Der israelitische Lehrer" vom 9. November 1881 - Spenden "die Armen im Heiligen Land": "Lichenroth. Durch Vorstand J. Rosenberg, A. Challah-Geld von nachgenannten Frauen: Von Regina Rosenberg 12.86, Res Rosenberg 2, Hannchen Rosenberg 2, Rosa Weinberg 0.50, Merle Weinberg 1, Line Weinberg 1.50, Sabine Baum 1, Memi Baum 1, Hemelche Rosenberg 1.51, Bebethe Stern 1.70, Welchen Stern 0 40, Hannchen Rosenberg 2, Merjene Weinberg 1, Jeanette Baum 0.70, Hannchen Baum 1, Cerline Levi 1, Jeanette Stern 1, Elte Rosenberg 1.50, Sophie Weinberg 1.50, Fanni Rosenberg 1, Berthe Meier in Wüstewillenroth 0.50, Lenchen Strauß in Ober-Moos 2, zus. 40.17 M. — B. Machzith Heschekel-Geld 8, Gesamtsumme 48.17 M. für die R. 1,2,3,4 und 7."   

  
"Vergreisung" als Problem der jüdischen Landgemeinden (1933/36)    
Anmerkung: der Abschnitt ist ein Zitat aus dem Beitrag von Lily Hirsch über "Die jüdische Landbevölkerung in Hessen-Nassau". Ausgangspunkt der Zählung und Zusammensetzung der Bevölkerung sind die im "Führer ddurch die jüdische Gemeindeverwaltung..." von 1932 genannten 42 jüdischen Einwohner in Lichenroth.   

Aus dem oben genannten Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" von 1936 S. 444: "...Vergreisung ist schon jetzt das Kennzeichen der Landfamilien und wird es immer stärker werden. 7 Orte haben überhaupt keine jungen Menschen unter 20 Jahren. In 35 Orten leben nur 1—5 solcher Jugendlicher. In der Gemeinde Lichenroth mit ursprünglich 42 Mitgliedern lebten am Stichtag noch 12 Juden, die jüngsten sind zwischen 50-60, 2 Männer und 4 Frauen sind zwischen 60-70, 2 Männer und eine Frau sind über 70 Jahre alt, ein Beispiel, wie in wenigen Jahren viele jüdische Gemeinden aussehen werden."      

        
      
Berichte zu einzelnen Personen der Gemeinde  
Zum Tod des langjährigen Synagogenältesten Isaak Rosenberg II (1927)     

Lichenroth Israelit 24111927.jpg (138291 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. November 1927: "Lichenroth, 20. November (1927). Eine große Aufregung bemächtigte sich der Mitglieder unserer kleinen Gemeinde, als am letzten Freitag Abend die Schreckenskunde sich durch den Ort verbreitete, dass der langjährige Synagogenälteste Isaak Rosenberg II, im Gotteshause einem Schlaganfall erlegen sei. Man wollte es gar nicht glauben, dass der allgemein beliebte, freundliche, noch sehr rüstige Greis, der noch den ganzen Tag in seinem Büro gearbeitet hatte, nicht mehr unter den Lebenden weilen sollte. Von der großen Beliebtheit des teuren Entschlafenen zeugte dessen Leichenbegängnis. Von nah und fern waren zahlreiche Bekannte und Freunde herbeigeeilt, um an demselben teilzunehmen, sämtliche christliche Einwohner beteiligten sich daran. Am Trauerhause nahm der älteste Enkel, Herr David Heß aus Birstein, ergreifenden Abschied vom geliebten Großvater und schilderte den schweren Verlust der Familie. Am Beit Olam (Friedhof) in Birstein entwarf der Freund und Verwandte des Verstorbenen, Herr Lehrer Freudenberger in Flieden, unter Zugrundelegung des Verses 'Eine Krone des Schmuckes ist das greise Haupt, auf dem Wege der Gerechtigkeit wird es gefunden' (Sprüche 16,31) ein lebenstreues Bild des dahingeschiedenen seltenen Mannes. Er schilderte dessen Fürsorge für seine Familie, seine uneigennützige Tätigkeit als Synagogenältester und Gemeindevertreter und seine Reellität im geschäftlichen Verkehr. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

      
Zum Tod von Lehrer Nehemia Alt (geb. in Lichenroth, gest. 1933 in Diez)  

Artikel in der Zeitschrift "Jüdische Bibliothek" vom 20. April 1933: "Verein israelitischer Lehrer Im ehemaligen Herzogtum Nassau.
Am 27. März verschied im 68. Lebensjahr unser Ehrenmitglied Nehemia Alt, Diez (Lahn). In Lichenroth (Kurhessen) geboren, genoss er seine Ausbildung in Höchberg und im Kölner Seminar. 42 Jahre amtierte er in Diez, wo er mit Einsatz seiner ganzen Kraft und Persönlichkeit vorbildlich wirkte. Mehr als 40 Jahre gehörte er dem Vorstand unseres Vereins an, der ihn bei seiner letzten Generalversammlung einstimmig zu seinem Ehrenmitglied ernannte.
Am Grabe entwarf Kollege Isaak, Limburg, in zu Herzen gehenden Worten ein treues Bild dieses guten Men­schen und beliebten Lehrers und Führers. Nachdem der Unterzeichnete im Namen der Gemeinde Dank und Anerkennung ausgesprochen hatte, ergriff Kollege Levy, Höchst (Main) das Wort, um namens des Vereins dem hochverdienten, Kollegen, dem eifrigen Kämpfer für das Ansehen unseres Standes, dem treuen Freunde tief bewegte Dankes­ und Abschiedsworte zuzurufen.
Durch sein Wesen und Wirken wird er in unserem Verein unvergessen bleiben. Das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen. Bethmann, Diez."    

  
Kleine Mitteilungen zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  

-  1905: Verlobung von Rosa Meier in Wüstwillenroth mit Josef Seligmann aus Höchst/Frankfurt (in: "Frankfurter Israelitisches Familienblatt - Neue jüdische Presse" vom 21. Juli 1905 S. 6).
-  1909: BarMizwah-Feier von Max Rothschild, Sohn von (Lehrer) Bernhard Rothschild in Lichenroth (in: "Der Israelit" vom 8. Juli 1909)    
-  1912: G. Rosenberg aus Lichenroth studiert Medizin an der Universität Freiburg (in "Der jüdische Student" vom 20. Mai 1912 S. 66).
-  1930: 88. Geburtstag von Regine Grünstein (früher Angenrod) am 3. März 1930 in Lichenroth (in "Israelitisches Familienblatt" vom 27. Februar 1930 S. 6).    
-  1931: 89. Geburtstag von Regine Grünstein (früher Angenrod) am 3. März 1931 in Lichenroth (in "Israelitisches Familienblatt" vom 26. Februar 1931 S. 6).     

       
       
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Anzeige von Salomon Weinberg (1898)   

Lichenroth Israelit 29091898.jpg (51194 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. September 1898: "Lehrlingsstelle Gesuch. 
Suche
für meine Sohn, 16 1/2 Jahre alt, der die Berechtigung zum Einjährig-freiwilligen Militärdienst erlangt hat, Stellung als Lehrling in einem am Schabbat und Feiertag geschlossenen Manufaktur- oder Bankgeschäft unter bescheidenen Bedingungen. Offerten an
Salomon Weinberg, Lichenroth, Kreis Gelnhausen."   

  
Anzeige von G. Levi - Stellensuche für seinen Sohn (1902)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1902: "Für meinen Sohn, mit schöner Handschrift, der Ende Mai seine Lehrzeit in Frucht-, Mehl- und Fourage-Geschäft beendet, suche Stelle, wo Samstags geschlossen, als Commis, gleich welche Branche.
G. Levi, Lichenroth
, Kreis Gelnhausen."      

   
Heiratsanzeige von Hermann Weinberg und Karoline geb. Uhlfelder (1903)   

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 12. November 1903:
"Hermann Weinberg  -  Karoline Weinberg geb. Uhlfeder  
Vermählte 

Lichenroth, 4. November 1903   (Bechhofen)    

 
Anzeige von S. Baum - Stellensuche für die Tochter (1911) 
Anmerkung: die Anzeige ist von Schimmer Baum, der noch Anfang der 1930er-Jahre - inzwischen als Witwer - in Haus Nr. 4 in Lichenroth lebte und einen Kleinvieh- und Manufakturwarenhandel betrieb. Mit im gleichen Haus wohnte seine Tochter Nelli, für die er 1911 eine Stelle suchte, und ihr Ehemann. 

Anzeige im "israelitischen Familienblatt" vom 16. Februar 1911: "Suche für meine 15jährige Tochter bis 1. Mai Stellung im besseren Hause mit Familien-Anschluss. Dieselbe ist in Schneidern bewandert und im Haushalt gut eingeführt, sie möchte sich im Kochen ausbilden. Vergütung erwartet. Gefällige Offerten erbittet
S. Baum, Lichenroth
Kreis Gelnhausen."   

    
Todesanzeige für Joseph Rosenberg (1916) 

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 1. Juni 1916: "Heute Nacht entschlief sanft nach langem, schweren, mit großer Geduld getragenem Leiden, mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel
Josef Rosenberg
im Alter von 62 Jahren. Im tiefsten Schmerz:
Betty Rosenberg, geb. Sonneborn
Felix Rosenberg
, Unteroffizier, z. Zt. im Felde
Gustav Rosenberg,
Unterarzt, z. Zt. im Felde.
Lichenroth (Bez. Cassel), 19. Mai 1916."    

    
Spendenaufruf für zwei ältere Gemeindemitglieder (1920) 

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 5. August 1920: "Für zwei in der Gemeinde Lichenroth wohnhafte, bejahrte, kranke und erwerbsunfähige Damen bitte ich edeldenkende Glaubensgenossen um tatkräftige
Unterstützung.
Auf Wunsch erfolgt Bestätigung der eingehenden Spenden.
Wüstwillenroth, 30. Juli 1920 Kreis Gelnhausen bei Birstein.
Moses Simon,
Postscheckkonto Nr. 26650. Amt Frankfurt a.M." 

    
Hochzeitsanzeige von Josef Rosenberg und Nanni geb. Hess (1922)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Januar 1922: "Josef Rosenberg  -  Nanni Rosenberg geb. Hess  
Vermählte 
Frankfurt am Main, Windeckstr. 31 II  /  Lichenroth   -   Birstein 
Trauung: Dienstag, 24. Januar 1922 1 Uhr Synagoge Birstein.    

     
Traueranzeigen für Bernhard Weinberg (1924)  

Anzeigen in "Israelitisches Familienblatt" vom 4. Dezember 1924: "Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel, Herr
Bernhard Weinberg I.

am 22. November, im 79. Lebensjahre, nach mit großer Geduld ertragenem Leiden sanft verschieden ist.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Markus Weinberg, Trier (Mosel),
Familie Bension Adler, Ostheim (Kr. Hanau),
Familie Abraham Cantor, Neustadt (Kr. Kirchhain).
Frau Lehrer Hanauer Witwe, Lichenroth.
Lichenroth, den 24. November 1924.
 
Am 22. November, 28. Marcheschwan, verschied unser verehrtes Gemeindemitglied, Herr
Bernhard Weinberg I

im 79. Lebensjahre. Der Verstorbene hat allzeit treu zur Gemeinde gestanden; sein vorbildliches Wirken bei Freud und Leid wird uns unvergessen bleiben.
Israelitische Kultusgemeinde Lichenroth"

Danksagung.
Für die vielen wohltuenden Beweise der Teilnahme während der Krankheit und anlässlich des Hinscheidens unseres unvergesslichen Vaters, Herrn
Bernhard Weinberg I,
in Lichenroth
sagen wir hiermit unsern besten Dank.
Die trauernden Kinder."      

    
   
   
Zur Geschichte der Synagoge           
    
Zunächst gehörten die jüdischen Einwohner von Lichenroth zur Gemeinde in Crainfeld und besuchten die dortige Synagoge. Mit einem Dekret vom 28. April 1733 erlaubte der Ortsherr Wolfgang Ernst Graf zu Ysenburg und Büdingen die Einrichtung einer Synagoge (einer "besonderen Judenschule") in Lichenroth. 
  
Gut hundert Jahre nach Einrichtung der genannten alten Synagoge wurde 1837 eine neue Synagoge erbaut. Bei dem Gebäude handelte es sich um einen Fachwerkbau, in dessen östlichem Bereich der Betsaal, im westlichen Bereich die Wohnung des Vorbeters/Lehrers untergebracht waren. Durch die hohen Rundbogenfenster im Bereich des Betsaales gab sich die Synagoge als gottesdienstliches Gebäude zu erkennen. Der Bau dieses neuen jüdischem Gemeindezentrums kostete 3.500 fl. Die Lehrerwohnung hatte zwei Zimmer, eine Kammer und eine Küche, von wo aus es einen Durchgang zum rituellen Bad (Mikwe) gab.  
       
Als nach 1933 die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder stark zurückgegangen ist, konnten keine Gottesdienst mehr abgehalten werden. Das Synagogengebäude wurde 1936/37 vom letzten Vorstandsmitglied verkauft. Die Ritualien wurden über Gelnhausen nach Frankfurt ausgelagert (zerstört beim Novemberpogrom 1938). 
  
Von 1938 bis Mitte der 1990er-Jahre war das Synagogengebäude im Besitz eines Gastwirts aus Lichenroth und wurde u.a. als Kirmessaal der Lichenrother Winterkerb und als Tanzsaal verwendet ("Zum Saalbau"). 1997/98 wurde das Gebäude unter Berücksichtigung von Auflagen des Amtes für Denkmalschutz in ein Wohnhaus umgebaut.
  
  
Adresse/Standort der Synagogeam Ortsausgang, an der Bermuthshainer Straße, jedoch weit zurückliegend           
  
  
Fotos    

Das Synagogengebäude um 1970
(Quelle: Arnsberg Bilder S. 132) 
Lichenroth Synagoge 010.jpg (38273 Byte)   
   Rechts im Hintergrund ist auch das Gebäude 
der ehemaligen Schule erkennbar
  
     
Das Synagogengebäude im Juni 1985
(Quelle: Altaras 1988 S. 155) 
Lichenroth Synagoge 025.jpg (74518 Byte) Lichenroth Synagoge 026.jpg (78175 Byte)
   Deutlich erkennbar: die früheren hohen
 Rundbogenfenster des Betsaales  
  
       
Umbau des Synagogengebäudes 
zu einem Wohnhaus 1997
(Quelle)
Lichenroth Synagoge 030.jpg (48183 Byte)   
     
     
 Die ehemalige Synagoge nach dem 
Umbau zu einem Wohnhaus 
(Fotos: Stephan Jäger)  
Lichenroth Synagoge 1602.jpg (40803 Byte) Lichenroth Synagoge 1604.jpg (50547 Byte)
   Blick auf die ehemalige Synagoge mit dem neuen Dach  
      
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   Seitenansicht mit Gedenktafel  Eingangstor  
    

 Hinweis: Foto bei Wikimedia Commons  

 

     

   
Links und Literatur

Links:  

bulletWebsite der Gemeinde Birstein  
bulletSeite bei LAGIS zur jüdischen Gemeinde Lichenroth und ihre Synagoge https://lagis.hessen.de/de/orte/synagogen-in-hessen/alle-eintraege/400_lichenroth     
bulletWebsite zu Lichenroth  mit Seiten zur Geschichte des Ortes (Autor: Jürgen Spielmann; die jüdische Geschichte von Lichenroth kommt in diesem Beitrag allerdings - außer im Blick auf den Umbau des ehemaligen Synagogengebäudes auf Seite 14 - nicht vor) 
bulletWikipedia-Artikel  https://de.wikipedia.org/wiki/Synagoge_Lichenroth    

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Lichenroth mit Orten der Umgebung 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Lichenroth sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,543   Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Lichenroth: Geburtsregister 1810 - 1876, Trauregister 1831 - 1875 und Sterberegister 1826 - 1876; enthält auch Angaben zu Kirchbracht, Mauswinkel und Wüstwillenroth 
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4461931      

Literatur:  

bulletPaul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 489-490.
bulletders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. 132.
bulletThea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 155-156.
bulletdies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994 (keine zu 1988 ergänzenden Angaben).  
bulletStudienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995: Kein Abschnitt zu Birstein bzw. Lichenroth. 
bulletPinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 495-496. 
bulletJürgen Ackermann: Die Juden in Lichenroth. In: Geschichte der Großgemeinde Birstein 1989. Abschnitt 9.4.4.   
bulletders.: Die Juden in Lichenroth. In: Festschrift 750 Jahre Lichenroth. 1991. 
bulletders.: Die jüdische Bevölkerung in Lichenroth. mschr., 8 S. o.J. Eingestellt als pdf-Datei.  
bulletders.: Die Juden in und um Birstein im 17. und 18. Jahrhundert. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde Kassel. 93. 1988. Eingestellt als pdf-Datei.     
bulletWertheimer Mathilde Lit 005.jpg (59674 Byte) Mathilda Wertheim Stein: The Way it Was: The Jewish World of Rural Hesse. 427 pages. FrederickMax Publications 2000. ISBN 978 0 967 3282 01. 
Weitere Informationen: siehe eingestellte pdf-Datei mit Bestellmöglichkeit über www.israeled.org bzw. http://www.amazon.com/The-way-was-Jewish-world/dp/0967328209 
Darin u.a. in Kap. 4: "The Jewish Community in Lichenroth"   

   

Umfassendes familiengeschichtliches Werk  

Nathan M. Reiss 

Some Jewish Families 
of Hesse and Galicia 
Second edition 2005 
http://mysite.verizon.net/vzeskyb6/  
Reiss Lit Titel 010.jpg (44676 Byte) Reiss Baum 010.jpg (93261 Byte)
   In diesem Werk eine Darstellung zur jüdischen Geschichte in Lichenroth mit umfassenden biographischen Angaben zu Familie Baum ("The Baum Family of Lichenroth" S. 125-142) und Verwandtschaft (mit Nachkommen bis um 2000) mit zahlreichen Abbildungen u.a.m.      

  
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Lichenroth (now part of Birstein) Hesse-Nassau. The community established a synagogue in 1833 and maintained an elementary school from 1853 to 1924. The Jewish population dwindled from114 (22 % of the total) in 1885 to 51 in 1925. By January 1937 the community disbanded.   
   
     

                   
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Stand: 31. Januar 2026