Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hagenbach (Dep. Haut-Rhin, Alsace, Oberelsass)
Jüdische Geschichte  /  Synagogue / Synagoge

  

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
- Aus dem jüdischen Gemeindeleben    
bulletZur Geschichte der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen
bulletLinks und Literatur   

   
Hinweis: jüdische Gemeinden gab es auch in Hagenbach in der Pfalz sowie in Hagenbach (Markt Pretzfeld) in Bayern  
   
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde                
    
In Hagenbach bestand eine jüdische Gemeinde bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 1780 wurden 67 jüdische Einwohner gezählt, nach anderen Angaben 1784 42 (in sieben Familien).   

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1825 90 jüdische Einwohner, 1846 182, 1861 116, 1885 37, 1897/99 27 (in 8 Haushaltungen), 1910 nur noch sieben.  

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Gebäude um 1900 durch Brand zerstört) und ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der teilweise zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Von den Lehrern / Vorbetern werden genannt: um 1884/85 Kantor Heymann (in "Der Israelit" vom 7. August 1884 S. 8, "Der Israelit" vom 15. Juni 1885 S. 788); um 1886/1895 Abraham Langer (s.u. und in "Der Israelit" vom 16. März 1893 S. 434, 15. Februar 1894 S. 21, 15. März 1894 S. 410, 12. April 1894 S. 562), 1897 ein Herr Meyer; um 1897/1901 F. Levy (unterrichtete 1897/1901 zwei Kinder der Gemeinde).   
 
Die Gemeinde gehörte zum Rabbinat Durmenach, nach 1910 (oder bereits seit 1844?) zum Rabbinat Altkirch.     
 
Von den Gemeindevorstehern werden genannt: um 1899/1901 J. Bloch.    
 
In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg gab es noch zwei jüdische Familien am Ort.    

19
36 wurden keine jüdischen Einwohner mehr am Ort gezählt.
  
Von den in Hagenbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): in der Liste von Yad Vashem findet sich nur der Name von Josef Langer (1867) aus Hagenbach, Alsace mit Gedenkblatt.       
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde    

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Hagenbach gefunden.   

  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Kleine Mitteilungen - Spendensammlungen in der Gemeinde 
Anmerkung: in den jüdischen Gemeinden wurden regelmäßig Spendensammlung für bestimmte Zwecke durchgeführt; über die Ergebnisse der Sammlung wird immer wieder in jüdischen Periodika berichtet. 

- 1886: bei einer Spendensammlung in Hagenbach"zur Unterstützung unserer Glaubensbrüder im Heiligen Lande" in der Gemeinde Hagenbach  urch Kantor Abraham Langer: Salomon Wallach 3 Frs. 75 ct., Meier Picard 9 Frs., Isaac Dreyfuß 3 Frs. 25 ct., Bonef Ullmann 2 Frs. 50 ct., Joseph Bloch und Wwe. Scheine je 2 Frs., Marx Levy und Wwe. Hindel Bloch je 1 Fr. 25 ct., Adolf Wallach 3 Frs. 65 ct., zus. (abzüglich 25 ct. Porto) 28 Frs. 40 ct. (Mitteilung in "Der Israelit" vom 20. Dezember 1886 S. 1735).
- 1891: bei einer Spendensammlung "zur Unterstützung unserer Glaubensbrüder im Heiligen Lande" in der Gemeinde Hagenbach erhält Kantor Abraham Langer Chalogeld von sich und Witwe Scheine Didesheim je 1 Fr. 50 ct., Mayer Picard 7 Frs. 50 ct., Josef Bloch 8 Fr. 15 ct., Bunef Ullmann und Sophie Dreyfuß je 1 Fr. 75 ct. Zusammen (abzüglich 3 Frs. 75 ct. für J. Rabbinowitz) 18 Frs. 40 ct. (Mitteilung in "Der Israelit" vom 30. Juli 1891 S. 1136).  
- 1895: bei einer Spendensammlung "zur Unterstützung unserer Glaubensbrüder im Heiligen Lande" in der Gemeinde Hagenbach erhält Kantor Abraham Langer von Meyer Picard 15 Frs., Bonef Ullmann 2 Frs. 50 ct., Witwe Jeiné 1 Fr. 75 ct., Josef Dreyfus 1 Fr. 25 ct. (Mitteilung in "Der Israelit" vom 20. September 1894 S. 1419). 
- 1897: bei einer Spendensammlung "zur Unterstützung unserer Glaubensbrüder im Heiligen Lande" in der Gemeinde Hagenbach erhält Kantor Meyer je 1 Mark = 1 Fr. 25 ct. von den Gemeindegliedern Meyer Picard, Witwe Dreyfuß, Joseph Bloch, Jacques Bloch sowie von Marx Levy in Dammerkirch (Dannemarie) (Mitteilung in "Der Israelit" vom 14. Juni 1897 S. 928).  

   
Der Krieg bedroht auch viele Orte mit jüdischen Gemeinden im Oberelsass (1914)  
Anmerkung: die angegebene Zahl der jüdischen Gemeindeglieder bezieht sich auf ca. 1890.    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. September 1914: "Hagenau, 10. September (1914). Die schweren Kämpfe im Oberelsaß, die in letzter Zeit zwischen den Franzosen und Deutschen ausgefochten wurden, erinnern uns daran, dass die dortige Gegend ziemlich stark von Juden bewohnt ist, die jetzt nicht nur zum großen Teil gezwungen waren, Heim und Herd zu verlassen, sondern neben der schweren seelischen Not auch viel durch die Zerstörung von Hab und Gut zu dulden haben. Es wohnen in dem vielgenannten Altkirch 289 jüdische Seelen, Hirsingen 74, Dammerkirch (Dannemarie) 15, Hagenbach 26, Bergheim 110, Grussenheim 314, Neubreisach 102, Blotzheim 62, Bollweiler 120, Ensisheim 27, Regisheim 154, Dürmenach 205, Hegenheim 169, Hüningen 50, Kolmar 1105, Dornach 202, Mülhausen 2271, Niederhagental 145, Niedersept 124, Pfastatt 73, Markirch 147, Rappoltsweiler 134, Habsheim 73, Rixheim 69, Sennheim 151, Wattweiler (Wattwiller) 37, St. Ludwig 60, Kembs 50, Sierenz 113, Uffheim 120, Gebweiler 305, Sulz 182, Thann 163, Winzenheim 421 Juden. Die meisten Familien, besonders in der Mülhauser Gegend, haben sich flüchten müssen, viele davon haben sich während dieser schweren Zeit in der Schweiz niedergelassen.".      

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge                  
    
Zur Geschichte der Synagoge liegen noch keine Informationen vor.   
   
   
Adresse/Standort der Synagoge:   unbekannt     
   
   
Fotos     

Fotos zur jüdischen Geschichte von Hagenbach liegen nicht vor.    
     

   
   

Links und Literatur  

Links:  

bulletWebsite zur politischen Gemeinde Hagenbach    
bulletFranzösische Informationsseite zur Synagoge in Hagenbach     

Literatur:  

bullet

Alsace Lit 010.jpg (67412 Byte)Michel Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire. Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992. S. 49.163.  

  
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Stand: 31. Januar 2026